Ratgeber · aktualisiert am 28.09.2026 · 3 Min. Lesezeit
Gas, Holz oder Elektro? Der richtige Brennstoff für deinen Pizzaofen
Gas, Holz, Holzkohle oder Strom: Wir erklären die Vor- und Nachteile jeder Befeuerungsart und für wen sich welcher Pizzaofen lohnt.
„Wood fire brick oven for baking pizza“ von Basheer Tome · CC BY 2.0 · zugeschnitten
Die Wahl des Brennstoffs ist die wichtigste Entscheidung beim Kauf eines Pizzaofens. Sie bestimmt, wie schnell du startklar bist, wie viel Übung du brauchst, wo du den Ofen aufstellen darfst - und wie deine Pizza schmeckt.
Gas: Der Allrounder für die meisten
Gas-Pizzaöfen werden mit Propan oder Butan aus der handelsüblichen Gasflasche betrieben. Du drehst den Regler auf, zündest per Knopfdruck und wartest, bis der Stein heiß ist - deutlich schneller als bei einem Holzfeuer. Die Temperatur lässt sich stufenlos regeln - ein großer Vorteil, wenn du zwischen Pizza, Brot und Gemüse wechselst.
Vorteile:
- Schnell betriebsbereit, keine Glut vorbereiten
- Präzise und konstante Temperatur
- Kaum Rauch, keine Asche
Nachteile:
- Kein Holzfeuer-Aroma (geschmacklich ist der Unterschied bei 90 Sekunden Backzeit aber gering)
- Gasflasche muss besorgt und gelagert werden
Beliebte Gasöfen sind der Ooni Koda 2 Pro, der Gozney Arc XL oder - günstig - der Cozze 13" Gas-Pizzaofen.
Holz und Holzkohle: Für Puristen

Holzbefeuerte Öfen erzeugen eine große, lebendige Flamme, die über die Decke des Ofens rollt und die Pizza von oben bräunt. Viele lieben das Ritual: Feuer machen, nachlegen, die Flamme beobachten.
Vorteile:
- Authentisches Erlebnis, wie in der Pizzeria
- Leichte Raucharomen, vor allem bei längeren Garzeiten
- Keine Gasflasche nötig
Nachteile:
- Du musst alle paar Minuten Holz nachlegen
- Die Temperatur schwankt stärker
- Rauch kann Nachbarn stören
Verwende ausschließlich trockenes Hartholz (z. B. Buche oder Eiche mit weniger als 20 % Restfeuchte) in kleinen Scheiten. Feuchtes Holz raucht stark und bringt kaum Hitze.
Multi-Fuel: Das Beste aus beiden Welten?
Öfen wie der Ooni Karu 12 werden standardmäßig mit Holz oder Kohle befeuert, lassen sich mit einem Zusatzbrenner aber auf Gas umrüsten. Das ist praktisch, wenn du unter der Woche schnell mit Gas backen und am Wochenende mit Holz experimentieren willst. Bedenke aber, dass der Gasbrenner extra kostet und das Umbauen jedes Mal etwas Zeit braucht.
Ein Multi-Fuel-Ofen eignet sich besonders für alle, die sich noch nicht sicher sind, welcher Brennstoff langfristig zu ihnen passt. Statt zwei separate Öfen anzuschaffen, probierst du beide Varianten in einem Gerät aus und entscheidest erst nach ein paar Monaten, ob du dauerhaft bei Holz bleibst oder auf den bequemeren Gasbetrieb umsteigst. Der Umbau selbst dauert meist nur wenige Minuten, erfordert aber, dass du den passenden Brenneraufsatz griffbereit hast.
Elektro: Die Lösung für Balkon und Küche
Elektrische Pizzaöfen wie der Ooni Volt 2 brauchen nur eine Steckdose. Sie erzeugen keinen Rauch und keine offene Flamme und sind daher auch in Mietwohnungen und auf Balkonen meist problemlos nutzbar. Die Maximaltemperatur liegt etwas unter der von Gasöfen, reicht aber für hervorragende Pizzen.
Vorteile:
- Auch in der Küche und auf dem Balkon nutzbar
- Kein Umgang mit Gasflasche oder offener Flamme
- Häufig mit automatischer Temperatursteuerung
Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis als vergleichbare Gasöfen
- Etwas geringere Maximaltemperatur
- Abhängig von einer Steckdose in Ofennähe
Elektroöfen richten sich vor allem an alle, die keinen Garten oder keine Terrasse haben, aber trotzdem nicht auf die hohe Backtemperatur eines Steinofens verzichten wollen. Wer schon einen Gasanschluss im Garten hat, wird mit einem Gasofen meist trotzdem glücklicher, weil er bei gleicher Investition mehr Backfläche und oft eine höhere Spitzentemperatur bekommt.
Wie wichtig ist der Geschmacksunterschied wirklich?
Viele Einsteiger befürchten, ein Gas- oder Elektroofen könne nicht mit dem Aroma eines Holzfeuers mithalten. In der Praxis ist der Unterschied bei den kurzen Backzeiten von 60 bis 90 Sekunden deutlich kleiner, als man erwarten würde - anders als beim stundenlangen Räuchern oder Grillen bleibt kaum Zeit, damit sich Raucharomen im Teig festsetzen. Der größte geschmackliche Unterschied entsteht ohnehin durch den Teig selbst, die Reifezeit und die Qualität der Zutaten, nicht durch den Brennstoff. Wer trotzdem nicht auf das Holzfeuer-Erlebnis verzichten möchte, sollte aber klar zu einem reinen Holz- oder Multi-Fuel-Ofen greifen, denn nachträglich lässt sich das Aroma kaum simulieren.
Unser Fazit
| Du willst … | Dann wähle … |
|---|---|
| möglichst einfach und zuverlässig backen | einen Gasofen |
| das echte Holzfeuer-Erlebnis | einen Holz- oder Multi-Fuel-Ofen |
| auf dem Balkon oder in der Küche backen | einen Elektro-Pizzaofen |
| flexibel bleiben | einen Multi-Fuel-Ofen |
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