Ratgeber · aktualisiert am 04.10.2026 · 4 Min. Lesezeit
Bokashi: Küchenabfälle fermentieren und verwerten
Bokashi-Eimer, Wurmkiste oder elektrischer Küchenkomposter? So verwertest du Küchenabfälle in der Wohnung, und darauf solltest du bei Bokashi achten.
Nicht jeder hat Platz für einen Komposter im Garten, und selbst mit Garten ist der Weg zum Komposthaufen im Winter weit. Trotzdem fallen in der Küche jeden Tag Schalen, Kaffeesatz und Reste an. Dafür gibt es drei Wege, die in der Küche oder auf dem Balkon funktionieren: den Bokashi-Eimer, die Wurmkiste und den elektrischen Küchenkomposter. Bokashi passt, wenn du das Fermentat später in Erde einarbeiten kannst; eine Wurmkiste verarbeitet Küchenreste direkt zu Wurmhumus. Elektrische Geräte trocknen und zerkleinern den Abfall meist nur.
Was ist Bokashi?
Bokashi ist eine Methode aus Japan, bei der Küchenabfälle unter Luftabschluss fermentiert werden, ähnlich wie Sauerkraut. Die Umweltberatung beschreibt, dass dafür ein oder besser zwei Bokashi-Eimer sowie eine Lösung oder ein Streumittel mit effektiven Mikroorganismen (EM) nötig sind. Der Eimer ist luftdicht verschließbar und hat meist einen doppelten Boden mit einem Auslasshahn für die entstehende Flüssigkeit.
Der große Unterschied zum Gartenkompost: Im Bokashi dürfen laut Umweltberatung auch gekochte und gewürzte Speisereste, kleinere Mengen Fleischabfälle und Reste von Milchprodukten verwertet werden. Sie sollten aber nur einen kleinen Teil der Abfälle ausmachen.

So funktioniert Bokashi Schritt für Schritt
- Zerkleinern: Küchenabfälle klein schneiden, das beschleunigt die Fermentation.
- Einfüllen und pressen: Die Abfälle in den Eimer geben und fest nach unten drücken, damit möglichst wenig Luft bleibt.
- Mikroorganismen zugeben: Mit EM-Lösung besprühen oder etwas Streumittel darauf geben, dann den Eimer wieder verschließen.
- Saft ablassen: Alle paar Tage die Flüssigkeit über den Hahn abzapfen. Laut Umweltberatung kann Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger verwendet werden. Sie warnt zugleich, dass er mit einem pH-Wert von 4 bis 5 für viele Gartenpflanzen zu sauer und wegen seines Geruchs nicht für Zimmer- und Balkonpflanzen geeignet ist.
- Ruhen lassen: Ist der Eimer voll, bleibt er laut Umweltberatung ca. 2-3 Wochen verschlossen. Deshalb sind zwei Eimer praktisch.
- Vererden: Danach muss das fermentierte Material noch in Erde übergehen, direkt im Beet eingearbeitet, auf dem Kompost oder in einem Behälter mit Erde. Hier bietet sich auch ein Hochbeet an, wie du es aufbaust, erklärt der Hochbeet-Ratgeber.
Die ehrlichen Schwächen von Bokashi
Bokashi ist kein Selbstläufer. Die Umweltberatung nennt einige Herausforderungen: Die effektiven Mikroorganismen müssen laufend nachgekauft werden, ohne sie funktioniert Bokashi nicht. Während der Fermentation ist der Eimer ziemlich geruchsneutral; das fertige Fermentat und der Saft sind geruchsintensiv. Prüfe deshalb vorab, ob du einen geeigneten Platz zur Lagerung und eine Möglichkeit zum Vererden hast.
Kurz gesagt: Bokashi passt vor allem zu Menschen mit eigenem Garten, Hochbeet oder Komposter, in dem das Material nachreifen kann. Ohne jede Erdfläche ist die Wurmkiste meist die bessere Wahl.
Die Alternative: die Wurmkiste
In einer Wurmkiste verarbeiten spezielle, oberflächennah lebende Kompostwürmer deine Gemüse- und Obstreste zu Wurmhumus. Die University of Minnesota Extension nennt den Rotwurm (Eisenia fetida) ausdrücklich als Art, die beim Kompostieren eingesetzt wird. Das Umweltbundesamt beschreibt die Wurmkiste als Möglichkeit, auf Balkonen oder in Innenräumen zu kompostieren, und schreibt, dass sie bei ordnungsgemäßer Verwendung nach Waldboden riecht. Anders als Bokashi entsteht hier direkt Wurmhumus, den du auch für Balkonkästen und Zimmerpflanzen nutzen kannst.
Worauf du achten musst: Würmer vertragen laut NABU keinen Frost, im Winter braucht die Kiste einen geschützten Platz. Welche Reste die Würmer gut vertragen, steht in der Anleitung des jeweiligen Anbieters, halte dich am Anfang an kleine Mengen. Wer mag, baut eine einfache Wurmkiste nach der Anleitung des NABU selbst. Bequemer ist ein fertiges System wie die Familienwurmkiste aus Lärchenholz.

Und elektrische Küchenkomposter?
Geräte, die Küchenabfälle über Nacht in ein trockenes Pulver verwandeln, werden oft als "Komposter" beworben. Die österreichische Umweltberatung rät davon ab: Es handle sich in der Regel nur um eine elektrische Zerkleinerung und Trocknung von Bioabfällen, für eine echte mikrobielle Kompostierung werde mehr Zeit benötigt. Anschaffungskosten, Stromverbrauch und die vermutlich nicht vollständige Kompostierung sprechen aus ihrer Sicht dagegen. Als bessere Optionen nennt sie die Biotonne, die Kompostierung im Garten oder in der Wohnung, Bokashi und Gemeinschaftskompost.
Bei den meisten dieser Geräte entsteht getrocknetes Material statt reifem Kompost für dein Beet.
Welche Lösung passt zu dir?
| Du hast ... | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Garten oder Hochbeet und viele Küchenreste, auch Gekochtes | Bokashi-Eimer, am besten zwei |
| nur einen Balkon oder eine Wohnung | Wurmkiste |
| einen Garten mit Platz | klassischer Gartenkomposter, siehe Komposter offen oder geschlossen? |
| wenig Zeit und keine Lust auf Pflege | die Biotonne, sie ist eine gute Lösung |
Was auf einen Gartenkompost darf und was nicht, liest du im Artikel Komposter richtig befüllen.
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